Commoning oder Wie Transformation gelingt. Auftakt einer Mustersprache

Es fühlt sich nicht nur an wie eine Weltpremiere. Es ist eine Weltpremiere. Beim Kongress Zukunft für Alle stelle ich am 27.08.2020 zwischen 15 Uhr und 16.30 Uhr die erste wirkliche Mustersprache des Commoning vor (Anmeldung ggf noch möglich). Sie ist in enger Zusammenarbeit mit David Bollier, Julia Petzold und vielen Anderen entstanden.

Die Mustersprache ist vorerst nur digital verfügbar, sie ist in drei Feldern geordnet und enthält:

Muster sind Werkzeuge. Sie können überall dort eingesetzt werden, wo Commoning lebendig werden soll. Wer mag, kann gute Ideen aufgreifen und für eigene Problemlösungen einsetzen. Commoners können Sprache für das finden, was sie ohnehin schon tun oder Muster nutzen, um anderen die Praxis des Commoning verständlich zu machen.  Zudem können anhand dieser Muster eigene Prozesse reflektiert werden. So lässt sich immer wieder fragen: 

  • Tun wir das bereits? Wenn ja, wie genau? Wenn nein, warum nicht?
  • Möchten wir dieses Muster anwenden? Was brauchen wir dafür?
  • Welche neuen Fragen ergeben sich?
  • Was fehlt in dieser Mustersprache und kann ergänzt werden?
Regelverstöße nachvollziehen & abgestuft sanktionieren

Auch der Forschung öffnen sich neue Zugänge. Forscherïnnen können Muster überprüfen und weiterentwickeln, um Commoning besser zu konzeptualisieren. Außerdem kann die Mustersprache als Forschungsrahmen eingesetzt werden. Sie regt an, Forschungsfragen abzuleiten, Interviewfragen zu entwickeln und vieles mehr.

Wie kam es dazu?

  • 2012 komme ich mit dem Musteransatz von Christopher Alexander in Berührung. Ein Magnet, ein Meilenstein und ein Kompass zugleich!
  • 2013 taucht die Idee auf, Muster des Commoning zu „schürfen“.
  • 2014 tauche ich in die Literatur ein. Mir dämmert die Dimension des Vorhabens nicht nur Muster zu schürfen, sondern tatsächlich eine Mustersprache zu schreiben.
  • 2015 veröffentlichen wir Die Welt der Commons. Muster gemeinsamen Handelns. Zwei Essays darin skizzieren die Richtung.
  • ab 2016 folgen Musterworkshops, wo viele spezifische Muster des Commoning gefunden werden. Doch wie hängen sie zusammen?
  • 2017 gibt es weitere Workshops. Wir lernen das Verbundwiki kennen – ein weiterer Meilenstein! Endlich können wir die Zusammenhänge zwischen den Mustern und damit eine Mustersprache in geeignetem Format abbilden. Die Arbeit an Frei, Fair und Lebendig beginnt.
  • ab 2018 beschreibe ich gemeinsam mit David Bollier – Frage für Frage, Bereich für Bereich – allgemeine Commoning-Muster. Eine Grundstruktur tritt hervor. Ein endloser Such-, Reflexions-, Formulierungs- und Kompositionsprozess beginnt.
  • 2019 werden in Frei, Fair und Lebendig 28 allgemeine Muster des Commoning veröffentlicht. Nicht im Musterformat, auch nicht kurz und knapp, sondern eher ausschweifend. Wir beginnen anschließend, die Muster in ein Verbundwiki zu übertragen und konstituieren die AG Mustersprache des Commons Instituts.
  • 2020. Julia Petzold bereichert das Team. Wir prüfen, fassen zusammen, verknüpfen Ideen, füllen Lücken, korrigieren. Aus 28 Mustern werden 32. Wir beginnen, in die Tiefe zu gehen. Doch 32 Muster sind veröffentlichungsreif. Sie sind der Auftakt einer Mustersprache, die 2030 hoffentlich 120 Muster enthalten wird.
  • Anfang 2021 wird dieser Auftakt in Form eines Kartenspiels veröffentlicht (bei Interesse, gern einen Kommentar hinterlassen.)

Bis dahin wünschen wir Euch Spaß, Geistesblitze und Erfolgserlebnisse in der Anwendung der Muster.

Lizenz der Illustrationen: © Mercè M. TarrésCopyfarleft Guerrilla Media Collective unter Nutzung der Peer Production License

2 Gedanken zu „Commoning oder Wie Transformation gelingt. Auftakt einer Mustersprache

  1. Sie wissen schon, dass Sie mit Ihren „Commons-Verirrungen“ zumindest einem bevorstehenden globalen Sozialismus in die Haende spielen. Sie alle werden zu Corona-Sklaven, davor retten Sie Ihre Luftschloss-Spielchen mitnichten…Alle jungen, intellektuellen Energien sollten jetzt in den Widerstand gegen diese Virus-diktatur fliessen.

  2. @alphachamber: Da bin ich anderer Ansicht. Von der Geschichte und Philosophie der Commons werden Sie schwerlich eine direkte LInie zu einem „globalen Sozialismus“ ziehen können. Global gleiche Governance-Systeme sind Commons wesensfremd. Ich kann zudem den Zusammenhang zwischen Ihren Befürchtungen und diesem Blogbeitrag nicht sehen, sie aber auf einen Beitrag verweisen, in dem einige Gedanken im Corona-Kontext skizziert sind: https://www.boell.de/de/2020/06/23/commons-statt-markt-staat-mit-der-pandemie-alte-denkmuster-ueberwinden

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